Archiv für April 2014

Andreas Kemper: Die Gefahren des Rechtspopulismus. Zur Entstehung und Entwicklung der Partei Alternative für Deutschland

Montag, 19. Mai, 19.30 Uhr

Buchtreff: Büchergilde, Charlottenstraße. 1, 70182 Stuttgart

AfD

Vortrag und Diskussion mit Andreas Kemper

Die Alternative für Deutschland hat scheinbar aus dem Nichts fast den Sprung in den Bundestag geschafft. Sowohl bei den Europawahlen am 25. Mai 2014 als auch bei Landtagswahlen in Sachsen, Brandenburg und Thüringen im Sommer 2014 würde die AfD nach den Umfragen der letzten Monate in die Parlamente einziehen.
Seit einiger Zeit gibt es erhebliche innerparteiliche Richtungskämpfe zwischen nationalliberalen und neoliberalen Kräften, in denen es auch darum geht, welche Rolle hierbei Rechtspopulist*innen einnehmen.
Neben einer Darstellung der Daten und Forderungen der Partei wird der Soziologe Andreas Kemper auf die maßgebenden Gruppen und Einzelpersonen in den aufeinander folgenden Entstehungsphasen der AfD der letzten zehn Jahre eingehen. Dabei werden auch aktuelle Auseinandersetzungen (bspw. Bildungsplan 2015 und die Demonstrationen in Stuttgart) thematisiert.
Nach dem Vortrag wird ausreichend Zeit für Nachfragen und kontroverse Diskussionen sein.

Biographische Notiz:
Andreas Kemper veröffentlichte neben dem Buch zur AfD „Rechte Euro-Rebellion“ eine Einführung in das Thema Klassismus (zusammen mit H. Weinbach), sowie kritische Bücher zum organisierten Antifeminismus/ Maskulismus. Anfang März 2014 erschien seine Publikation „Sarrazins Correctness. Zur Tradition der Menschen- und Bevölkerungskorrekturen“. Andreas Kemper promoviert in Münster zum Thema Klassismus.

Eine Veranstaltung von contain‘t , ganz anders und Emanzipation und Frieden mit freundlicher Unterstützung von Buchtreff: Büchergilde Stuttgart

Hinweis:
Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

Magnus Klaue: Wiederkehr des Verdrängten. Zur Kritik der “Kritischen Weißseinsforschung”

Mittwoch, 30. April, 19.30 Uhr

Buchtreff: Büchergilde, Charlottenstraße. 1, 70182 Stuttgart

Klaue

Vortrag und Diskussion mit Magnus Klaue

„Was seit einigen Jahren unter dem Label ‘kritische Weißseinsforschung’ bzw. ‘Critical Whiteness’ an den Universitäten als theoretisch besonders avancierte Form der Rassismuskritik figuriert, ist in Wahrheit ein Rückfall hinter die Kritik des Rassismus, wie sie in der Tradition der Kritik der politischen Ökonomie, der kritischen Theorie und der Psychoanalyse formuliert wurde. Indem sie den Begriff der Rasse nicht mehr auf das widersprüchliche Verhältnis zwischen erster und zweiter Natur bezieht, also vor dem Hintergrund einer dialektischen Naturgeschichte deutet, sondern ihn als diskursives Konstrukt in diversen, als ebenso kontingent wie unentrinnbar gedachten ‘Sprechorten’, ‘Positionierungen’ und ‘Adressierungen’ aufgehen läßt, ist die ‘Critical Whiteness’-Forschung nicht nur mindestens genauso projektiv wie ihr vorgeblicher Gegenstand. Sie verwandelt vielmehr jede Diskussion über den Begriff, seine Geschichte und den Sinn und Unsinn seiner Verwendung – und tendenziell jede Diskussion überhaupt – in einen so vorhersehbaren wie autoritären Wettkampf in moralischer Selbsterhöhung. Diese für die Reste bürgerlicher Öffentlichkeit insgesamt charakteristische, doktrinäre Moralisierung von Politik hat im Fall von ‘Critical Whiteness’ aber noch einen anderen Zweck: endlich vom Antisemitismus schweigen zu dürfen, indem man vom Rassismus redet. Nicht zufällig betreiben die Apologeten der ‘kritischen Weißseinsforschung’ mit derselben Vehemenz die Verharmlosung des Islam, die Verteidigung antisemtischer Selbstmordattentäter als subversive Märtyrer und in letzter Konsequenz die Verharmlosung des Nationalsozialismus selbst, der als bloße Spielart eines selbst geschichtslos gewordenen Rassismus ausgegeben wird. Wie ‘Critical Whiteness’ auf diese Weise die linksprogressive Wiederkehr der notwendig unbewältigten Vergangenheit betreibt, soll nach einer kurzen Darstellung von deren wesentlichen Thesen und einem Blick auf die Geschichte der Rassismusforschung erläutert werden.“

Magnus Klaue wird diese Thesen vorstellen und anschließend mit uns darüber diskutieren.

Magnus Klaue ist freier Autor und publiziert u.a. in den Zeitungen konkret, Jungle World und Bahamas. Im Februar ist im ça ira Verlag sein Buch „ Verschenkte Gelegenheiten. Polemiken, Glossen, Essays“ erschienen.

Eine Veranstaltung von For Your Interest, contain’t und Emanzipation und Frieden